Vorwort

des Ehrenpräsidenten des BMPPD

Die Flamme der Hoffnung  – ein Schlüssel des Zusammenlebens

Das Zusammenleben zwingt uns dazu den Anderen wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Der Andere bringt uns bei in uns selbst hineinzuschauen. Er ist ein Spiegel zur Selbstfindung. Die Begegnung regt unsere Kultur und unsere Spiritualität an und macht sie fruchtbar. Würden wir unsere Energien und unser Wissen zusammenwirken lassen, so würde sich unsere Kapazität des Verständnisses und des positiven Einflusses auf die Dinge vervielfachen. Jedoch ist der Andere auch da um uns durch seine vielfältigen Fragen, die er aufwirft, auf die Probe zu stellen. Er führt uns die menschliche Realität, komplex und wechselhaft wie sie ist, vor Augen. Ist der Andere nicht mein bester Verbündeter um mir in meiner eignen Entwicklung und Selbstverwirklichung behilflich zu sein?  „Wenn ihr Gott nicht unter den Menschen findet, so werdet ihr Ihn nirgends finden.“, sagte Cheikh Al-Alawi. Das Problem liegt nicht im Verhalten des Anderen, sondern in der Unkenntnis des eigenen Ichs. Denn die Kenntnis des eigenen Ichs zu erreichen, bedeutet Gotteskenntnis zu erreichen. In einer turbulenten Welt, in der Krisen in den Bereichen der Energie, Ökologie, Wirtschaft, Nahrung und Moral die Menschen in Angst und Ratlosigkeit versetzen, haben wir die Pflichtaufgabe uns ein neues Projekt für die Menschheit einfallen zu lassen. Jeder einzelne kann sich von nun an nur noch über seine Öffnungs-Kapazität und seiner Fähigkeit die Realität des Anderen zu akzeptieren definieren. Wir müssen weg kommen von einer Kultur des Ich, hin zu einer Kultur des Wir. Es ist wichtig einen permanenten Dialog unter den Menschen zu führen, um den universellen Menschen herauszuheben. Der universelle Mensch ist der, der alle anderen in sich trägt. Er ist der, der Raum hat um alle Individuen der Menschheit in sich zu empfangen und dennoch in Freiheit lebt. Ist es nicht das Göttliche schlechthin, das uns durch Abwendung vom Unwesentlichen und Zuwendung zum Essentiellen hin zur Freiheit führt?

Cheikh Khaled Bentounes


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